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Die Besten Deutschlands (Bericht: Klaus Bechtel)

Schachmädchen der Wilhelm-Neuhaus-Schule gewinnen den Deutschen Schulteam Cup (DSTC)

Das fünfte Spiel würde die Entscheidung bringen. Erster, zweiter, oder gar nichts? Die Gegnerinnen aus Hamburg waren der heimliche Favorit. Ebenso die Teams aus München und Erfurt. Und wir von der Wilhelm -Neuhaus-Schule (WNS)? Keine Chance. Ein Team von zwölf.

Im Finale des Deutschen Schulschachteam Cups für Grundschulen, standen die Besten Schulschachmannschaften Deutschlands. Diese zwölf Mädchenmannschaften traten in einem Online-Turnier gegeneinander an. Aufgrund von Corona konnten in diesem Jahr keine Präsenzturniere stattfinden. Also musste eine andere Lösung gefunden werden. Und diese Lösung hieß Lichess. Auf dieser Schach-Online-Plattform haben Schachspieler unfassbar viele Möglichkeiten Schach zu spielen, zu trainieren, zu lernen oder Aufgaben zu lösen.

Da auf dieser Plattform auch Turniere angeboten und durchgeführt werden, lag es auf der Hand hier ein Deutschland-Finale auszutragen.

Die Regularien ergaben, dass pro Bundesland nur zwei Teams antreten dürfen. Den Verantwortlichen für das Unterrichtsfach Schach an der WNS war klar, unsere Schule muss mit dabei sein. Zumal die WNS seit Dezember 2020 selbst mit einer Trainingsgruppe auf Lichess täglich spielt.

Groß war die Freude, als bekannt wurde, dass nur ein Mädchenteam unser Bundesland Hessen im Finale vertreten würde. Die Mädchenmannschaft der Wilhelm-Neuhaus-Schule.

Jetzt wurde noch intensiver gespielt, trainiert, geübt. Die beiden Schachtrainer Klaus Bechtel und Michael Laudert waren täglich online, um die Mädchen auf dieses besondere Finale vorzubereiten.

Doch wie gut ist die Vorbereitung, wenn man auf der Couch sitzend mit der Maus Figuren zieht?

Die Gegner beim Onlineschach haben einen Namen, haben eine Punktzahl, sonst aber weiß man nichts.

Also konnte niemand sagen, wie gut oder schlecht die Intensive Vorbereitung wirklich war. Der Tag der Wahrheit war der Finaltag.

Thaomy Gelbert (3. Klasse), Alima Kamchybekova (1. Klasse), Medina Amiri (3. Klasse) und Thadea Gaßner (4. Klasse) gingen für die WNS und das Bundesland Hessen an den Start. Ein Hauch von Olympia lag in der Luft. Allerdings wollten die Mädels mehr als nur dabei sein.

Ein Blick auf die Teilnehmer zeigte, hier musste heute alles passen und stimmen, um ganz vorne zu landen. Da einige Bundesländer keine Teilnehmer gemeldet hatten, trat die Hamburger Grundschule „Windmühlenweg“ gleich mit drei Teams an.

Der erste Gegner hieß „Windmühlenweg 3“. Die Nervosität bei unseren Mädels war groß, legte sich aber als dieser Gegner mit 4 : 0 geschlagen wurde.

Als nächster Gegner wartete nun Erfurt. Einer der Favoriten. Würden wir hier nicht verlieren wäre das schon ein Riesenerfolg. Und die Mädels zeigten, was sie konnten und holten ein 2 : 2.

In der dritten Runde bekamen wir es mit der Mannschaft aus NRW, den Mädchen aus Issum im Kreis Kleve zu tun. Schnell lagen unsere Mädchen uneinholbar mit 3 : 0 in Führung und gewannen diese Runde mit 3 : 1.

Da das WNS-Team zu diesem Zeitpunkt nach drei Runden völlig überraschend auf dem 1. Platz lag, war klar, jetzt würde ein ganz harter Brocken kommen. Und er kam. Es ging nun gegen die drittplatzierten aus Bitburg aus Rheinland-Pfalz.

Aber auch Bitburg hatte an diesem Tag keine Chance gegen uns. Die Mädchen spielten extrem nervenstark und zugsicher. Dabei blieben sie immer hochkonzentriert und konnten auch diese Runde mit 3 : 1 für sich entscheiden.

Nach vier Spielen auf Platz 1. Was für ein Wahnsinn! Das hatte keiner erwartet, nicht einmal die Trainer. Eins war aber jetzt schon klar, für die Schule ein Online-Schachangebot aufzubauen und täglich zu spielen, hatte sich als richtiger Schachzug erwiesen.

Das fünfte und letzte Spiel musste die Entscheidung bringen. Die Mädels hatten als Tabellenführer schon sieben Mannschaftspunkte und zwölf Brettpunkte auf ihrem Konto. Die zweitplazierten Mädchen aus Hamburg hatten sechs Mannschaftspunkte.

Ein Remis würde genügen, um den DSTC zu gewinnen. Aber auf Unentschieden spielen bei vier Partien? Unmöglich. Zumal die Mädchen ja auch keinen Kontakt miteinander hatten. Jedes Mädchen saß zu Hause und hatte nur ihr Spiel auf dem Bildschirm. Eine taktische Absprache war somit nicht möglich.

Die jüngste im Team der WNS, Alima, legte nach wenigen Minuten vor. Sie gewann ihre Partie an Brett 2 mit 1 : 0. Als nächstes zog Medina an Brett 3 nach. Auch sie gewann ihr Spiel und plötzlich führte unsere Schule gegen den Favoriten aus dem Norden mit 2 : 0.

Da auch Thadea kurz darauf ihr Spiel an Brett 4 gewann, lag das Team der WNS uneinholbar mit 3 : 0 vorne. Das Thaomy an Brett 1 ihr Spiel verlor, war nicht mehr von Bedeutung. Die Mädchen der WNS hatten sich mit dem 3 : 1-Sieg gegen den Favoriten Hamburg , den 1. Platz in der Gesamtwertung gesichert.

Der erste Deutsche Schulschach Team Cup, gleichbedeutend mit der Deutschen Meisterschaft, geht nach Bad Hersfeld. Damit ist die Wilhelm-Neuhaus-Schule zumindest in diesem Jahr die Nr.1 in Deutschland.

Das ist ein unglaublicher Erfolg für unsere Grundschule, so Schachlehrer und Schachkoordinator Klaus Bechtel. Wir haben schon elf Hessentitel für unsere Schule geholt und waren schon bei unzähligen Deutschen Meisterschaften dabei. Aber dieser Sieg heute ist das Größte überhaupt.

Der gute Ruf, den die Wilhelm-Neuhaus-Schule als Deutsche Schachschule hat, hat sich heute wieder bestätigt.

Jetzt hoffen wir alle auf eine Abschwächung von Corona und dem Lockdown, damit wir alle zusammen diesen sensationellen Erfolg gebührend feiern können.